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Helmpflicht?!?

Die Veranstalter von K.I.S.S. empfehlen dringend das Tragen eines Schutzhelms, verzichten infolge des BGH-Urteils aus 2014 (lies weiter) ab der Inlinesaison 2015 aber auf die Helmpflicht bei K.I.S.S.

Ab Saisonstart 2015 verzichten die Veranstalter von K.I.S.S. auf die Helmpflicht, empfehlen aber dringend das Tragen eines Helms bei der Veranstaltung !!

Im Juni 2014 gab es ein für die Veranstalter richtungsweisendes BGH-Urteil zum Thema „Schadensersatzanspruch bei Fahrradfahren ohne Schutzhelm“. Das BGH entschied, dass Fahrradfahrern vollen Schadensersatzanpruch zu gewähren ist, auch wenn sie ohne Schutzhelm fahren. Da es in Deutschland keine Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt, darf verunfallten Radfahrern keine Mitschuld angelastet werden, weil sie ohne Helm gefahren sind. Auch der ADFC hat sich in diesem Zusammenhang gegen eine Helmpflicht für Radfahrer ausgesprochen.

Für Inlineskaten gibt es in Deutschland auch keine Helmpflicht.

Auch der Hessische Rollsport und Inline Verband (HRIV) schreibt für diese Art Freizeitveranstaltungen keine Helmpflicht vor.

Infolgendessen haben sich die Veranstalter von K.I.S.S. entschieden, die Veranstaltung in diesem Thema nicht zu überregulieren. Sie überlassen an dieser Stelle die Entscheidung ihren mündigen Teilnehmenden.
Im folgenden sind die Gründe, warum die Veranstalter aber dennoch das Tragen eines Schutzhelmes dringend empfehlen, erläutert.

Warum empfehlen die Organisatoren von K.I.S.S dringend das Tragen eines Helms?

Vor der Einführung der Helmpflicht in der Saison 2005 mussten die DRK-Sanitäter und Ordner bereits Stürze mit Kopfverletzungen versorgen.

Die meisten Stürze sind glimpflich abgegangen, aber der Versorgungsaufwand für die Verletzten ist jedesmal enorm, denn am Kopf verletzte Skater müssen grundsätzlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert und dort untersucht werden.

Wir haben uns mit dem DRK und der Polizei über die Ursachen und Möglichkeiten zur Vermeidung eingehend unterhalten. Nach übereinstimmender Aussage der Rettungskräfte wäre bei all diesen Stürzen, wenn ein Helm getragen worden wäre, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermutlich gar nichts passiert.

Das Schlimme ist, dass schwere Kopfverletzungen durch das Tragen eines Helmes einfach zu vermeiden sind!

Gerade bei Massenveranstaltung wie z.B. K.I.S.S. ist die Sturz- und damit die Verletzungsgefahr am Kopf sehr hoch.

Für den Fall, dass die Anzahl an Kopfverletzungen durch das Aufheben der Helmpflicht bei K.I.S.S. signifikant ansteigt oder wiederholt Kopfverletzungen auftreten, behält sich der Veranstalter vor, die Helmpflicht wieder einzuführen.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema „Helm“:

„Was kostet ein Helm?“
Helme, die ausreichenden Schutz bieten und die dabei noch nicht mal so schlecht aussehen, gibt’s zur Zeit bereits ab 10 Euro in vielen Sportgeschäften und auch immer wieder bei Discountern und Baumärkten etc. Teurere Helme zeichnen sich vor allem durch höheren Tragekomfort, geringeres Gewicht, ein windschnittigeres Design und bessere Belüftung aus.

„Was ist beim Kauf zu beachten?“
Ob Skaterhelm oder Fahrradhelm: der Helm muss passen, d.h. er sollte bequem zu tragen sein, aber nicht zu locker sitzen. Besonders im Sommer ist eine ausreichende Belüftung wichtig.

„Was passiert mit denen, die zum K.I.S.S. kommen und keinen Helm dabei haben?“
Sie können mitfahren und werden nicht von der Veranstaltung ausgeschlossen.

„Warum wird das Tragen eines Helmes dringend empfohlen?“
Der Kopf ist das empfindlichste Körperteil. Für den Kopf haben Verletzungen oft schlimme, manchmal auch tödliche Folgen. Oft bleiben dauerhafte Folgeschäden. Verletzungen von Hand, Ellbogen und Knie zwar meist genauso ärgerlich und schmerzhaft, aber in der Regel nie lebensbedrohlich. Natürlich ist es sinnig auch Schützer zu tragen.

Antworten auf häufige Pseudo-Gegenargumente:

„Ich kann skaten und falle doch nicht!“
Beim Fahren im Pulk bei Massenveranstaltungen ist das eigene Können völlig irrelevant, denn hier sorgt das Unvermögen anderer dafür, dass man ohne Reaktionsmöglichkeit und ohne jegliche Vorwarnung in Stürze von „Nichtkönnern“ verwickelt werden kann. Profiskater – und die beschränken sich bekanntlich wirklich auf das Nötigste – tragen zum Selbstschutz immer auf jeden Fall mindestens einen Helm. Warum wohl?

„Ich will mir doch nur wegen K.I.S.S. keinen Helm kaufen müssen!“
Wem die Sicherheit seines Kopfes nicht ca. 10 Euro für einen Helm wert ist, dem können keine weiteren gewichtigen Argumente entgegen gebracht werden.

„Helme sind häßlich!“
Das gehört schon lange der Vergangenheit an. Derzeit gibt’s aber genug schicke und schnittige Helme, die – genau wie Brillen – schon als Accessoire und Outfit gelten. Oft genug ist es sogar so, dass diese Ausstattung über den wirklichen Könnensstand des Besitzers hingweg täuschen kann. Auf jeden Fall sind Kopfwunden und aufgeplatzte Schädel viel häßlicher als der häßlichste Helm.

„Unterm Helm geht meine Frisur kaputt!“
Bereits der Fahrtwind richtet böse Schäden an der Frisur an.

Martin Krapp, Veranstalter
(21.4.2015)